Steinernes Schweinchen

Beim Bau der Bergstraße im Jahr 1870 wurde der Panchesborn vom Baumeister Udet gefaßt und eine kleine Anlage aus Basaltsäulen mit Kaskaden und einer Pferdetränke geschaffen. Dabei wurde ein Quarzit in der Form eines Schweinerückens verwendet. Danach wurde die Anlage, die zunächst "Udets Lust" hieß, im Volksmund "Steinernes Schweinchen" genannt.

Im "Casseler Tageblatt" findet sich am 1.8.1881 folgender Bericht: "Seitdem durch die Anlegung von neuen Fuß- und Fahrwegen sowie Wegweisern es dem Publikum erleichtert ist, ferner gelegene schöne Punkte des Habichtswaldes zu erreichen, hat der Besuch naturgemäß zugenommen. Ein neugeschaffener lieblicher Ruhepunkt, dessen Anlage wir der Forstverwaltung zu danken haben, wird jetzt viel besucht. Am Fuß des Brasselsberges, an der neuen Straße, welche von der Kohlenstraße links abbiegend vor dem Walde her bis zum Baunsberg führt, ist eine Gartenanlage angebracht, Der ein Bergwasser entströmt. ... Ein sonderbar heller Felsblock, der als Sitz dient, erregt die Heiterkeit der Besucher, da er täuschend dem Rücken eines beliebten Vierfüßlers gleicht."

Noch 1896 sprach man vom "versteinerten Schwein". 1890 erbaute dann Heinrich Köther, Kutscher des Sanitätsrats Dr. M. Wiederhold, gegenüber "Udets Lust" ein kleines Gasthaus, das 1891 als "Gasthaus zum Steinernen Schweinchen" eröffnet wurde. Die hübsche Anlage, die man auch "Kleine Wilhelmshöhe" nannte, fiel dem Zubringer zur Dortmunder Autobahn in den Jahren 1967/68 zum Opfer. Der Findling aber fand nach kurzzeitiger Auslagerung seinen endgültigen Platz oberhalb des Zubringers am Wanderweg von der Bushaltestelle "Brasselsberg" zum großen Parkplatz in der Kurve hinter dem Haus "Steinernes Schweinchen". (HNA 30.7.1981, Nr. 168)
  
Stadt Kassel -
Ortsbeirat Brasselsberg
1987

Naturpark Habichtswald

links:  "Steinernes Schweinchen"
obere Bilder heutiger Zustand
unteres Bild Zustand der Anlage bis zum Ausbau der Bergstraße (Konrad-Adenauer-Straße) als Autobahnzubringer im Jahr 1967. Die im Hintergrund zu sehende Gastwirtschaft wurde bereits bei einem Bombenangriff am 29.01.1945 zerstört.
rechts:  Text der dort aufgestellten Informationstafel